Wissen
über
Rassismus

Die digitale Ausstellungsplattform „Wissen über Rassismus“ stellt Wissensspuren entlang eines Zeitstrahls dar. Die Wissensspuren basieren auf Auswertungen von biographischen Interviews und Gruppengesprächen mit Menschen, die Rassismus erfahren und über 40 Jahre alt sind. Geführt wurden die Gespräche im Forschungsprojekt „Wissen über Rassismus. Zeitgeschichte im Spiegel biographischen (Erfahrungs-)Wissens rassistisch diskreditierbarer Menschen in Ost- und Westdeutschland“ (WueRD). Das Forschungsprojekt untersuchte zwischen 2023 und 2026, wie rassistische Verhältnisse ab den 1980er Jahren sowie deren Nachwirkungen in der Gegenwart erfahren und erinnert werden. Dabei werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten insbesondere mit Blick auf das Erleben in den Diskursräumen Ost- und Westdeutschland betrachtet.

Das Projekt ordnet Wissen über Rassismus zeitgeschichtlich ein, was Erkenntnisse darüber zulässt, wie Rassismus auf biographisches Erleben und Erzählen wirkt. Die geführten Interviews werden mit historischen und gegenwärtigen Quellen verknüpft, um Erfahrungswissen über Rassismus sichtbar und nachvollziehbar zu machen. Der Begriff „Wissensspur“ verweist darauf, dass dieses Wissen nicht neu ist, sondern in der Mehrheitsgesellschaft häufig marginalisiert, vergessen oder unsichtbar gemacht wurde und deshalb zum Teil (wieder) entdeckt werden muss. Es wird durch den Begriff unterstrichen, dass die dargestellten Thematisierungen nie als vollständig und abgeschlossen zu betrachten sind, sondern als Auftakt dienen, um sich weiteres Wissen anzueignen, da das Wissen umfangreich, vielfältig verortet und ständig wachsend ist.

Die Ausstellungsplattform vermittelt, dass historische und gegenwärtige Erfahrungen von Rassismus eng miteinander verbunden sind. Es entsteht ein umfassendes Bild der deutschen Geschichte aus einer rassismuskritischen Perspektive. Die Wissensspuren werden im Zeitstrahl um reflexive Fragen ergänzt, die dazu anregen, eigenes Erleben mit historischem Erfahrungswissen in Verbindung zu setzen und die eigene Position zu reflektieren. So wird sichtbar, dass Wissen über Rassismus für alle Menschen bedeutsam ist und zur Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Geschichte und Gegenwart anregt.